JF 6
17 Jahre Jeannie
JF 20 Büro CK-Chef
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Jeannie auf ihrer Decke in Kassel

Jeannie af ihrer Decke in Berlin

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Eigentlich wollte ich nur für einen Monat unser “Zehnjähriges bekanntgeben. Immer wieder wurde ich nun ermutigt, ja aufgefordert, diese Seite beizubehalten. Denn Jeannie gehört ja irgendwie zu mir.  Wer mich kennt, kennt auch Jeannie. Am 13. Februar 2018 waren es nun zwölf Jahre, die sie nun mein / unser Leben bereichert - einfach nur weil sie da ist. Bringe ich sie mal nicht mit - zum Set, zum Casting - wohin auch immer - werde ich besorgt gefragt, ob ihr etwas passiert  sei. Aber nein - nur in letzter Zeit bevorzugt sie auch mal die Ruhe zu Hause Im Dezember 2018 feiert sie ja ihren 17. Geburtstag.

Die Eingewöhnungszeit war nicht immer leicht. Jeannie ist gerne mal ausgebüxt. Aber schon bald konnte ich Sie über die Felder von Ahnatal Weimar flitzen lassen. Sie war sehr sportlich und zog in rasantem Tempo ihre Kreise.

Ich glaube sie kennt inzwischen genau die Abläufe, wenn ich Sprecherziehung gebe und hört genau zu. In Rollenarbeit/ Szenenstudium setzt sie sich neben mich und schaut auf die Bühne. Aber nach einer Weile bevorzugt sie dann doch eine gemütliche Ecke zum Ausruhen.

Wo wir auch auftauchen - Jeannie ist immer gern gesehen. Einmal haben wir es nicht geschafft, vor einem geplanten Kinobesuch nach Hause zu kommen. Kein Problem: Jeannie durfte mit ins   Kino und mußte nicht einmal Eintritt zahlen.

Schon von Krankheit gezeichnet - mein Vater ließ es sich nicht nehmen, jeden Tag eine große Runde im Kasseler Tannenwäldchen zu laufen. Beide haben das genossen.

Jeannie kennt viele Abläufe, die sich eingespielt haben und erwartet sie auch - sei es das Aufsuchen bestimmter Restaurants, des Postfachs in Kassel oder Berlin oder auch Ausflüge. Sie könnte sogar in Kassel alleine Straßenbahn fahren. Zumindest kennt sie die Station, wo wir aussteigen müssen und trottet, wenn die Station angesagt wird, zur Türe. Natürlich kennt sie auch den Weg von dort nach Hause.

In den letzten Wochen ist alles etwas langsamer geworden. Aber ihre Lebenslust hat sie nicht verloren. Sie spielt noch den einen oder anderen Streich und lacht dann irgendwie.

“Gelacht” hat sie von Anfang an. Das machte sie sympathisch. Aber nachdem Hilde, ihre Vorgängerin in Berlin vergiftet wrude, war klar: Ohne Hund geht nicht. Als ich mich im Tierheim Wau Mau Insel in Kassel umsah und beraten ließ, wurde mir ein anderer Hund vorgeschlagen, mit dem ich auch vorschriftsmäßig Gassi ging. Aber schon beim ersten Mal bellte mich da ein Hund an und zog meine Aufmerksamkeit auf mich. Das ließ mir keine Ruhe. Ich bat, auch diesen Hund (er hieß da noch Pötyi) ausführen zu dürfen - und es war klar: Pötyi kommt zu mir. Wenn auch einige Wochen vergingen bis wir uns aneinander gewöhnten und wirklich vertrauten - das war die richtige Entscheidung.

Mein erster Hund ist 1994 mit 21 Jahren gestorben. Ich war bei seiner Geburt in der Cuvrystraße in Berlin Krezuberg dabei. Er war der erste seines Wurfes und hieß Primus. Primus hat einfach gerne elebt, wir waren ein Team Daniela, Daniel und Jürgen gehörten zusammen. Wir haben an der französischen Mittelmeerküste zusammen gezeltet und sind überhaupt immer durch Dick und Dünn gegangen. Primus war schwarz, aber bekannt wie ein bunter Hund. Oft wurde ich auf der Straße angesprochen “Ist das nicht Primus?” Ein Rezept für das lange Leben gibt es nicht. Es war eine schöne Zeit; und Primus hat gerne gelebt.

Ein halbes Jahr nach Primus’ Tod und in dem großen Streß bei der Inszenierung einer Mammutoper ist dann Hile in Sachsen zu mir gekommen. Als sie kam hieß sie noch Susi, einen Namen wollten wir uns in Ruhe überlegen. Im Gang sang sich ein Sänger ein mit einem Part aus dieser Oper: “He Hilde mein Weib, komm näher zu mir. Susi rannte zu ihm, überschlug sich, rannte zu mir, sprang mich an - klar, daß sie sich so ihren Namen aussuchte. Es war eine schöne Zeit. Leider wurde sie Anfang 2004 vergiftet. Sie ist gut 12 Jahre alt geworden.

Primus, Hilde und Jeannie- vergleichen lassen sich die Hunde nicht. Jeder hatte und Jeannie hat individuelle  Eigenarten, einen eigenen Charme und  auch einen eigenen Willen. Primus hat gerne gelebt, Hilde hätte sicher gerne noch länger gelebt und Jeannie vermittelt mir ihr gutes Lebensgefühl jeden Tag aufs Neue.

Primus

Primus

Hilde

Hilde